Was tun, wenn Kunden nicht zahlen?
5 Strategien, die die Liquidität Ihres KMU vor Zahlungsausfällen schützen.
In diesem Leitfaden
Das Problem ist größer, als Sie denken1. Vorbeugen, bevor Sie mahnen müssen2. Verzugszinsen verlangen3. Automatische Erinnerungen einrichten4. Kundenbasis verbreitern5. Das Risiko mit Factoring abgebenDas Problem ist größer, als Sie denken
In Portugal sind Zahlungsziele von 60 Tagen und mehr üblich, und viele Unternehmen warten 90, 120 Tage oder länger auf ihr Geld. Die Fixkosten warten derweil nicht.
1. Vorbeugen, bevor Sie mahnen müssen
Die beste Mahnung ist die, die Sie nie schreiben müssen. Bevor Sie einen neuen Kunden annehmen:
- Prüfen Sie die Vorgeschichte: Ist die Steuernummer aktiv? Laufen Insolvenzverfahren?
- Beginnen Sie mit kurzen Zahlungszielen: 30 Tage für Neukunden, verlängern Sie, wenn das Vertrauen wächst
- Stellen Sie sofort eine Rechnung: Je früher die Rechnung rausgeht, desto früher werden Sie bezahlt
- Legen Sie Vertragsstrafen im Vertrag fest: Verzugszinsen sind gesetzlich vorgesehen (DL 62/2013)
2. Verzugszinsen verlangen
Das portugiesische Recht (Gesetzesdekret 62/2013) erlaubt es Ihnen, bei Handelsgeschäften Verzugszinsen zu verlangen. Der Satz beträgt EZB-Satz + 8 Prozentpunkte: Vom 1. Juli bis 31. Dezember 2026 sind das 10,40 % pro Jahr, in Portugal und in Spanien.
Viele KMU verlangen keine Verzugszinsen, aus Angst, den Kunden zu verlieren. Dabei gibt es das Gesetz gerade zum Schutz von KMU.
Berechnen Sie die Verzugszinsen, die Ihnen zustehen →
3. Automatische Erinnerungen einrichten
Ein einfaches Erinnerungssystem hilft, Verzögerungen zu verringern:
- 7 Tage vor Fälligkeit: „Zur Erinnerung: Die Rechnung FT2026/0042 ist am 15. fällig“
- Am Fälligkeitstag: „Die Rechnung FT2026/0042 ist heute fällig“
- 7 Tage danach: „Die Rechnung FT2026/0042 ist seit 7 Tagen überfällig“
- 30 Tage danach: förmliche Mahnung mit Hinweis auf die Verzugszinsen
4. Kundenbasis verbreitern
Wenn ein Kunde mehr als 25 % Ihres Umsatzes ausmacht und anfängt, zu spät zu zahlen, trifft das Ihre Liquidität unverhältnismäßig stark. Eine breite Kundenbasis ist der beste Schutz vor Zahlungsausfällen.
Bewerten Sie Ihr Risiko der Kundenkonzentration →
5. Das Risiko mit Factoring abgeben
Statt monatelang auf die Zahlung zu warten, lassen Sie sich den Wert der Rechnungen vorab auszahlen. Bei einem Angebot ohne Regress übernimmt die Bank oder der Finanzierer das Ausfallrisiko: Zahlt der Kunde nicht, trägt sie bzw. er den Verlust, nicht Sie. Das Angebot des Finanzierers nennt vor Ihrer Annahme, ob es mit oder ohne Regress gilt.
In Tagen bezahlt werden, was erst in 60 fällig ist.
Machen Sie noch nicht fällige Rechnungen zu Geld: Eine Bank oder ein Finanzierer entscheidet und finanziert, und das Geld kommt 1 bis 2 Werktage nach der Freigabe an.
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